SCHURWOLLE
Schurwolle und Wollstoffe begleiten uns seit Jahrhunderten als vielseitige Bekleidungsstoffe und zeigen je nach Verarbeitung eine erstaunliche Bandbreite – von fein und weich bis dicht, wärmend und markant strukturiert.
Schurwolle besitzt ein sehr gutes Wärmerückhaltevermögen, wirkt temperaturausgleichend und kann Feuchtigkeit aufnehmen, ohne sich sofort klamm anzufühlen. Durch Walken, Kämmen, Rauen oder Filzen verändern sich Griff, Dichte und Charakter des Stoffes zusätzlich und machen aus derselben Faser ganz unterschiedliche Qualitäten.
Viele Wollstoffe knittern nur wenig und nehmen Gerüche vergleichsweise langsam an. Oft genügt es deshalb, ein Kleidungsstück nach dem Tragen gut auszulüften und erst bei Bedarf zu waschen.
Die Bezeichnung Schurwolle steht für Wolle, die vom lebenden Schaf gewonnen wurde. Je nach Feinheit und Verarbeitung entstehen daraus Stoffe mit sehr unterschiedlicher Anmutung – von weich fließend bis kräftig und wärmend.
Textilkunde Fragen & Antworten
Seit Jahrhunderten schon wird Musslin als leichter Bekleidungsstoff hergestellt. Er kann aus Baumwolle, Seidenmischungen oder Schurwolle bestehen - stets jedoch äußerst feinfädig, luftig und leicht. Somit auch mit Halbtransparenz. Ihren Anfang nahm die Herstellung wahrscheinlich in Mussul, im heutigen Irak. Hier leitet sich der Name Musseline ab. In Indien verstand man sich hernach bestens auf die Herstellung von feinstem Mousseline. Von dort aus erreichte Musseline als begehrtes Handelsgut Europa und erlebte hier seine Blütezeit Ende des 18. /Anfang des 19. Jahrhunderts.
Wollgaze ist feinfädig und relativ leicht, mit matter Oberfläche, körnigem Griff und Fall. Zu diesen guten Eigenschaften gesellt sich seine angenehme Wärmekraft, die es vermag, sich in beheizten Räumen im Winter genau richtig angezogen zu fühlen in einem Wollkleid oder -Bluse.